Wichtige Versicherungen

Die wichtigsten beiden Versicherungen für Privatpersonen sind laut Stiftung Warentest die Privathaftpflicht und die Berufsunfähigkeitsversicherung. Generell sollte für jedes Haftpflicht-Risiko (zum Beispiel für Hunde- und Pferdehalter oder Öltankbesitzer) eine Versicherung abgeschlossen werden. Haftpflichtversicherungen für Privatleute stellen keinen großen finanziellen Aufwand dar, versichern dafür jedoch existenz bedrohende Gefahren. Ein einfaches Beispiel ist das versehentliche Umstoßen eines Fahrradfahrers. Wenn dieser sich ernsthaft verletzt und bleibende Schäden davon trägt, müssen unter Umständen ein Leben lang hohe Ersatzzahlungen geleistet werden. Eine Schadenssumme von mehreren Millionen € ist dabei nicht abwegig.

Familien können eine Privathaftpflicht bereits ab 40 € im Jahr abschließen. Trotz dieses geringen Betrags haben in Deutschland zur Zeit knapp 30 % der Bürger keine private Haftpflichtversicherung. Angesichts der zahlreichen Gefahren des täglichen Lebens ist das kaum vorstellbar.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig, um sich im Falle einer Berufsunfähigkeit finanziell abzusichern. Was macht zum Beispiel ein Handwerker, der durch einen Unfall mehrere Finger verliert? Was macht eine Bürokauffrau, die aufgrund von Rückenproblemen nicht mehr lange sitzen kann? Was macht man nach einem Schlaganfall? Die staatlichen Leistungen wurden fast vollständig gestrichen. Wer also ohne Versicherung berufsunfähig wird, kann sich unter Umständen nicht mehr selbst versorgen und muss von Sozialhilfe leben. Besonders tragisch ist ein solcher Fall bei Familien, die von einem Einzelversorger abhängig sind.

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, benötigt keine oder nur eine geringere Unfallversicherung, da sie auch im Falle eines Unfalls leistet. Die Unfallversicherung ist der kleine und günstigere Bruder der relativ teuren Berufsunfähigkeitsversicherung. Es wird allerdings nur bei einem Unfall geleistet. Wenn also der Handwerker seine Finger durch einen Unfall verliert, erhält er Leistungen von der Unfallversicherung genauso wie von der Berufsunfähigkeitsversicherung. Ein Rückenleiden jedoch tritt in der Regel langsam auf und fällt damit nicht unter den Unfall-Begriff, daher kann dieses Risiko nur durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgedeckt werden.

Wer ein Gebäude hat, kommt um eine Gebäudeversicherung nicht herum, es sei denn er wäre so vermögend, um sich nach einem Totalschaden (zum Beispiel durch einen Brand) problemlos ein neues Haus kaufen zu können. Nicht unbedingt notwendig ist hingegen die populäre Hausratversicherung. Selbst der komplette Verlust des Hausrats stellt keine existentielle Bedrohung dar. Wer nicht viel Geld für neue Möbel hat, kann sich für einige hundert Euro eine preiswerte Not-Einrichtung zulegen. Wer es jedoch nicht soweit kommen lassen möchte, muss für eine Hausratversicherung nicht viel Geld zahlen. Je nach Größe der Wohnung muss auch hierfür nicht mehr als 100 € im Jahr bezahlt werden.

Das Geld für eine Glasversicherung kann eventuell gespart werden. Wer allerdings viel Glas in seiner Wohnung oder seinem Haus hat und auch gegen kleine Risiken abgesichert sein möchte, kann bei einem Versicherungsvergleich leicht einen günstigen Tarif finden.


Darüber, ob eine Rechtsschutzversicherung zu den absolut wichtigen Versicherungen zählt, kann man unterschiedlicher Meinung sein. Das Problem ist nur, dass wenn es wirklich zu einem Gerichtsverfahren kommt, die Kosten meist nicht unerheblich sind. Die Gerichtskosten, Kosten für den Anwalt und eventuelle Gutachten summieren sich oft gewaltig. Falls man im Gerichtsverfahren unterliegt, muss man in der Regel auch noch die Kosten der Gegenseite bezahlen. Wer es sich leisten kann, sollte sich deshalb gegen die Rechtsschutzrisiken, die ihn treffen können, rechtzeitig versichern, denn oft gilt eine Wartezeit von drei Monaten. Eine günstige und umfassende Rechtsschutzversicherung für die Bereiche Privat, Beruf, Verkehr und Wohnung kostet im Jahr ca. 180 €.

Eine weitere wichtige Versicherung ist die Krankenversicherung. Die meisten Personen sind gesetzlich versichert und können die Leistungen der Krankenkasse mit einer Krankenzusatzversicherung aufbessern. Dazu gibt es viele Bereiche wie zum Beispiel die Krankenhauszusatzversicherung, Krankentagegeldversicherung, Versicherung von Sehhilfen und Zahnersatz, sowie Leistungen der Heilpraktiker. Nur wer zu den Besserverdienenden oder Selbstständigen gehört, kann anstelle der gesetzlichen Krankenkasse eine private Krankenvollversicherung abschließen. Ob sich das lohnt muss von Fall zu Fall abgewogen werden.

Beamte des öffentlichen Dienstes erhalten von Ihrem Arbeitgeber statt einem Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung eine so genannte Beihilfe, die die Krankheitskosten zu einem bestimmten Prozentsatz erstattet. Für den nicht erstatteten Teil, werden von den Krankenversicherern spezielle Beihilfetarife angeboten, die diese Lücke schließen. 

Auch die Frage, wie man seine persönliche Altersvorsorge gestaltet muss jeder selbst entscheiden. Es gibt vielfältige Anlagemöglichkeiten, die je nach Lebenssituation unterschiedlich interessant sind. Auch die steuerliche Situation spielt bei der Auswahl der Vorsorgeprodukte eine wichtige Rolle. Im Laufe des Lebens hat man sich oft für verschiedene Anlageformen entschieden. Zu den wichtigsten Produkten gehören:

Riester-Rente
Rürup-Rente
Rentenversicherungen allgemein
Kapitallebensversicherungen
Fonds
viele unterschiedliche Kombinationsprodukte, zum Beispiel eine Rentenversicherung die in Fonds anlegt (Fondspolice)


Zur Zeit werden besonders die Riester- und Rürup-Rente durch Zuschüsse und Steuerersparnisse gefördert.

Eine Risikolebensversicherung kann je nach Lebenssituation ein wichtiger Versicherungsschutz sein. Zum Beispiel für junge Familien, zur Absicherung von Hypotheken und generell für die Absicherung der Hinterbliebenen.

Die Sterbegeldversicherung ist eine besondere Form der Lebensversicherung und gibt den älteren Menschen das Gefühl auch für den Todesfall vorgesorgt zu haben und den Hinterbliebenen keine finanziellen Lasten aufzubürden. Die Versicherungssumme wird erst im Todesfall fällig, die Beitragszahlung endet generell mit 85 Jahren.

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